Gegenwind für Althaus und Thüringer CDU

Veröffentlicht am 22.08.2009 in Landtag

Familie Christandl empört - Distanzierung von Postille - Ex-Stasi-IM in Althaus-Verein

Erfurt (OTZ). Reichlich eine Woche vor der Landtagswahl bekommen Ministerpräsident Dieter Althaus und die Thüringer CDU heftigen Gegenwind.

Da ist zum einen der von Althaus verursachte Skiunfall am Jahresanfang, bei dem Beata Christandl ums Leben kam. Der Anwalt der Familie Christandl erklärte nun, dass die jüngsten Berichte über Althaus´ Gefühle "nicht nur als Vertrauensbruch, sondern als unangebracht und pietätlos" bewertet würden.

Für Distanzierungen sorgte auch eine in Thüringen verteilte Postille, die wie eine neutrale Zeitschrift daherkommt, bei näherer Betrachtung die CDU-Nähe aber nicht verbergen kann. Wegen zwei ganzseitigen Anzeigen der Lotterie-Treuhandgesellschaft bei "tollesthueringen.de erstattete die SPD Strafanzeige gegen den Lotto-Geschäftsführer und früheren CDU-Landtagsfraktionschef Jörg Schwäblein. Es bestehe der Verdacht, dass der CDU-Wahlkampf mit Lottomitteln unterstützt werde. Schwäblein nannte die Vorwürfe "absurd". Den Preis für die Werbung wollte er nicht nennen. SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie sagte, da die Finanzierung der Zeitschrift unklar sei, prüfe man auch, ob gegen das Parteienfinanzierungsgesetz verstoßen wurde. Stern-Vizechefredakteur Hans-Ulrich Jörges, von dem in dem Blatt eine Geschichte über seine Heimat Bad Salzungen abgedruckt ist, sagte, er fühle sich getäuscht . Das gilt auch für die AOK plus, die eine Anzeige schaltete. Die Krankenkasse erklärte gestern, ihr sei zugesichert worden, dass es sich um ein neutrales Image-Magazin handele. PDS/Linke-Spitzenkandidat Bodo Ramelow sprach von einer "Verberlusconisierung" des Wahlkampfes. Die Landesgrünen verwiesen auf Verteilaufträge aus Nordhausen, auf denen die CDU als Auftraggeber hervorgehe.

Für Empörung sorgt schließlich die Mitarbeit eines ehemaligen Stasi-Spitzels im Wahlkampf-Verein "Althaus für Thüringen". DDR-Bürgerrechtler Matthias Büchner sagte, ihm sei es "außerordentlich peinlich , dass er zusammen mit einem Ex-IM in einer Wahlkampfanzeige gedruckt werde. Die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Hildigund Neubert, forderte den früheren IM auf, den Verein zu verlassen.

 
 

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