Wir gratulieren Harald Seidel ganz herzlich zu seinem 70. Geburtstag!

Veröffentlicht am 22.01.2015 in Parteileben

Der SPD-Kreisverband Greiz gratuliert Harald Seidel herzlich zu seinem runden Geburtstag.

Wir möchten den Anlass nutzen um ihm für das jahrelange Engagement im Lantag, Stadtrat und der Reihe "Prominente im Gespräch"  zu bedanken. Nicht zu vergessen sein Beitrag bei der Gründung der SDP in der DDR in Schwante.

Danke und herzlichen Glückwunsch, Harald!

Hier das Interview von Volker Müller zu seinem Ehrentag:


Greiz. Ein bisschen im Garten werkeln und ansonsten den lieben langen Tag aus dem Fenster schauen - davor hat sich der Greizer Harald Seidel, der Initiator und Organisator der Reihe "Prominente im Gespräch", immer gefürchtet. Heute wird der Ostthüringer, der auch als Mitbegründer der Sozialdemokratie in der DDR 1989 im brandenburgischen Schwante bekannt wurde, 70 Jahre alt.

 

Ist Ihre Schreckensvision vom allzu geruhsamen Ruhestand inzwischen Wirklichkeit geworden?

 

Zum Glück nicht. Obwohl ich einräumen muss, dass ich - im Gegensatz zu früher - heute ab und an in Haus und Garten Hand anlege.

Wie füllen Sie den Rest Ihrer Zeit aus?

 

Ich sitze für meine Partei im Greizer Stadtrat, bin Mitglied im SPD-Kreisvorstand und arbeite auch noch stundenweise im Greizer Wahlkreisbüro von Heike Taubert , die kürzlich in Erfurt das Amt der Finanzministerin übertragen bekam. Ich freue mich, dass sie immer noch auf meinen Rat Wert legt. Ich habe auch die Bassgitarre noch nicht aus der Hand gelegt, spiele mit bei "Jailbreak", einer neuen Greizer Jazzformation. Und dann ist da schließlich noch die Prominentenreihe ...

 

... bei der es nicht so aussieht, als ob Sie kürzer treten wollen. Woher nehmen Sie die Kraft, Jahr für Jahr um die zwölf hochkarätige Veranstaltungen auf die Beine zu stellen?

 

Die Geschichte macht mir Spaß, mehr - wie ich zugebe - als die immer wieder neue Erörterung manches zähen kommunalpolitischen Problems. Außerdem habe ich auch zuverlässiger Mitstreiter, die mich - wann immer ich sie anspreche - gerne unterstützen.

 

In der Tat bewegen sich die Themen Ihrer Prominentengespräche in oft recht komplizierten wissenschaftlich-philosophischen Bereichen. Worauf freuen Sie sich denn in diesem Jahr besonders? Im Herbst, der Termin steht noch nicht fest, soll unter dem Motto "Es werde Licht" das besagte unentbehrliches Lebenselement, das immer noch mit vielen Rätseln behaftet ist, im Mittelpunkt stehen. Meine Helfer auf dieser Spurensuche werden der bekannte Wissenschaftsjournalist Harald Lesch und die Musik sein. Letztere wird durch die Jazzlegende Günter "Baby" Sommer sowie durch den Greizer Stadtkantor Ralf Stiller und seinen Hervorragendes leistenden Jugendchor vertreten.

 

Es gibt auch den begeisterten Leser Harald Seidel. Was haben Sie sich denn auf diesem Gebiet noch alles vorgenommen? Auf jeden Fall möchte ich weniger Bücher von Politikern lesen. Diese Sparte hat in jüngster Zeit, wie ich finde, bei mir zu viel Platz eingenommen und da möchte ich jetzt merkbar gegensteuern. Ich kenne kaum etwas von der neueren spanischen oder skandinavischer Literatur, ganz zu schweigen von den großartigen Büchern, die vermutlich in der dritten Welt geschrieben werden. Und dann bin ich in den letzten Jahren auch der klassischen Musik näher gekommen. Ich freue mich auf jedes Konzert der Vogtland Philharmonie. Nicht umsonst habe ich die Dirigenten des Orchesters auch zu "Prominente im Gespräch" eingeladen. Der neue Chefdirigent David Marlow ist noch 2015 an der Reihe.

 

Welche Menschen haben Sie besonders geprägt?

 

Ich bin nicht wenigen bedeutenden Persönlichkeiten begegnet, vor allem in der Zeit nach 1989, was sicher nicht spurlos an mir vorbeigegangen ist. Ich denke aber, noch stärkere Eindrücke habe ich in meiner Kindheit und Jugend empfangen. Und da möchte ich hier nur meine Freunde Rudolf Kuhl und Günter Ullmann nennen, mit denen ich im Greizer Ortsteil Hainberg aufwuchs, mit denen ich Mickymaus-Hefte tauschte, später Rock'n'Roll und Jazz spielte und über Lew Tolstoi, Franz Kafka und Jean-Paul Sartre stritt. Aber auch ein Mann wie Manfred Ibrahim Böhme, ungeachtet der dunklen Seite, die er hatte, gehört für mich hierher.Sie blicken mit ihren Prominentenveranstaltungen oft weit in die Welt, machen auch um Konflikte und Krisenherde keinen Bogen, die 1989 wohl kaum jemand vorausgeahnt hat.

 

Das drückt mich manchmal tüchtig nieder. Da will ich gar nicht darum herumreden. Viele, die damals gegen das SED-Regime auf die Straße gingen, wollten nicht unbedingt - ich drücke es einmal etwas einfach aus - im Kapitalismus landen. Aber ein dritter Weg war wohl nicht möglich gewesen. Immerhin gab und gibt es Gegenströmungen, Leute, die nicht müde werden, eine Entwicklung hin zu mehr Frieden und Gerechtigkeit einzufordern. Erst kürzlich sagt mir der Journalist Jürgen Grässlin, der sich seit Jahren kritisch mit dem unsäglichen Thema des internationalen Waffenhandels auseinandersetzt: Kopf hoch, Harald, auch wir werden mehr. Der Satz hat mir gefallen.

 

Volker Müller / 22.01.15 / OTZ
 
 

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